Sitzkonzepte oder die Kunst,
den richtigen Stuhl zu finden

Eine häufig gestellte Frage ist: „Welches ist der beste Stuhl“? Die Frage ist berechtigt, aber pauschal nicht zu beantworten. Denn jeder Mensch ist verschieden gebaut, hat unterschiedliche Bedürfnisse und Vorbelastungen und übt andere Tätigkeiten aus, bei den er lange Zeit sitzt.

Um sich ein umfassendes Bild der Aufgabe zu machen, müssen die Rahmenbedingungen und Voraussetzungen gründlich untersucht werden. Dabei helfen folgende Fragen:

  1. Die Körpermaße:
    Wie sind die individuellen anatomischen Abmessungen des Menschen, und welches Gewicht hat er?
  2. Das Geschlecht:
    Frauen und Männer haben unterschiedliche Bedürfnisse und Verhaltensweisen beim Sitzen.
  3. Die Tätigkeit beim Sitzen:
    Es gibt große Unterschiede beim Sitzen am Arbeitsplatz. Ein PC-Arbeitsplatz wird anders benutzt als der eines Goldschmiedes oder einer Erzieherin im Kindergarten.
  4. Die Arbeitsumgebung und das vorhandene Mobiliar:
    Die bestehende Einrichtung und der persönliche Geschmack spielen eine weitere Rolle.

Nachdem diese Fragen im Gespräch vor Ort beantwortet werden konnten, kommt man dem besten Stuhl bereits ein Stück näher. Genauer gesagt den Sitzprinzipien. Denn grundsätzlich gibt es verschiedene Konzepte des beweglichen Sitzens während der Arbeit. Und diese Beweglichkeit ist auch der Schlüssel zu mehr körperlicher Gesundheit und besserer Konzentration.

In der Vergangenheit haben sich, ausgehend vom ehemaligen Diktat der "richtigen" Sitzhaltung und des statischen Sitzens, neue Konzepte entwickelt, die Beweglichkeit und Dynamik in den Fokus stellen. Diese Konzepte sind folgende:

  1. Wipp-Mechaniken: Um den Körper beim Sitzen in Bewegung zu halten, gibt es unterschiedliche Wipp-Mechaniken. In der Vorwärtsbewegung, also Richtung Arbeitstisch, haben diese eine negative Sitzneigung, das heißt sie sind leicht nach unten geneigt. Eine offene Sitzhaltung wird dem Benutzer so erleichtert und ermöglicht ihm durch die Stellung der Hüfte eine aufrechte Körperhaltung. Die besten dieser Wipp-Mechaniken lassen sich in ihrer Bewegungsintensität auf des Gewicht des Benutzers einstellen.
  2. Sattelsitzen: Beim Sattelsitzen ist die Sitzfläche weniger eine gerade Ebene, sondern vielmehr in der Art eines Sattels geformt. Sie ermöglich dem Benutzer ganz einfach einen offenen Sitzwinkel einzunehmen. Auf diese Weise wird die natürliche Aufrichtung der Wirbelsäule unterstützt. Das Sattelsitzen ist immer eine „halb stehende“ Art des Sitzens und bedarf einer höheren, am besten variablen, Tischhöhe des Arbeitsplatzes.
  3. Der Bioswing: Die Erkenntnisse aus der posturalen Therapieforschung haben die Bioswing-Technik hervorgebracht. Die Sitzfläche wird dabei schwebend aufgehängt und leitet dabei ständig Mikrobewegungsimpulse an das Gleichgewichtsorgan weiter. Diese Impulse steuern dann die Koordinationsmechanismen des Benutzers und beeinflussen seine Körperhaltung positiv.
  4. Sitzen ohne Lehne: Um ohne Lehne zu sitzen, eignen sich spezielle Hocker besonderes gut. Sie gewährleisten eine bewegliche Sitzposition die Neigungen in alle Richtungen zulässt. Auch ohne Lehne ist es deutlich einfacher, aufrecht zu sitzen.

Welches das für den Nutzer passende Sitzkonzept ist, findet man am besten bei einer Beratung im Fachgeschäft heraus. Die jahrelange Erfahrung der an die ErgonomieWelt angeschlossenen Fachhändler hilft bei der Auswahl des richtigen Sitzprinzips. Hier wird auch auf die eingangs erwähnten Fragen zu den Rahmenbedingungen eingegangen. Am Ende erhält der Kunde nach einer echten Beratung einen ergonomischen Vorschlag, der exakt zu ihm passt.